TATÜ – Belgien

Erinnerung bedeutet jedoch nicht, in der Vergangenheit stehen zu bleiben. Sie kann auch Kraft geben, Verantwortung für die Zukunft zu übernehmen. Jede Generation entscheidet mit ihrem Handeln darüber, welche Werte weitergegeben werden. Toleranz, Menschlichkeit, Solidarität und gegenseitiger Respekt entstehen nicht zufällig. Sie wachsen dort, wo Menschen bereit sind, aufeinander zuzugehen, zuzuhören und sich für ein friedliches Zusammenleben einzusetzen. Das Gedenken an die Opfer Belgiens im Jahr 2002 steht deshalb stellvertretend für alle Menschen, die durch Gewalt, Unglücke oder andere tragische Ereignisse ihr Leben verloren oder dauerhaft verändert wurden. Es erinnert daran, dass hinter jeder Nachricht ein persönliches Schicksal steht und dass jeder Mensch Spuren im Leben anderer hinterlässt. Erinnerung bewahrt diese Spuren und verhindert, dass sie mit der Zeit verblassen.

New York 2001

Erinnerung bedeutet auch Verantwortung. Sie fordert dazu auf, Hass und Gewalt nicht mit neuem Hass zu beantworten, sondern sich für Frieden, Dialog und gegenseitigen Respekt einzusetzen. Terrorismus richtet sich gegen die Grundwerte einer offenen Gesellschaft. Gerade deshalb bleibt es wichtig, demokratische Werte, Menschenwürde und internationale Zusammenarbeit zu stärken. Mehr als zwei Jahrzehnte nach den Anschlägen ist der Schmerz vieler Familien noch immer spürbar. Geburtstage, Jahrestage und persönliche Erinnerungen lassen die Verstorbenen im Herzen ihrer Angehörigen weiterleben. Die Namen der Opfer erinnern daran, dass hinter jeder Zahl ein einzigartiger Mensch mit Hoffnungen, Träumen und Beziehungen stand. Kein Denkmal und keine Gedenkveranstaltung können den Verlust ungeschehen machen, doch sie bewahren die Erinnerung und geben den Hinterbliebenen das Gefühl, dass ihre Angehörigen nicht vergessen werden.