Tigerkatze stellt sich vor
Ich bin Tigerkatze. Vielleicht hast du mich schon gesehen, vielleicht begegnest du mir heute zum ersten Mal. Ich trage Streifen, aber meine Geschichte besteht nicht nur aus Schwarz und Gold. Zwischen meinen Streifen liegen Erinnerungen, Sehnsucht, Hoffnung und all die Wege, auf denen ich gelernt habe, dass Verbundenheit nicht bedeutet, immer nebeneinanderstehen zu müssen. Manchmal bedeutet sie einfach zu wissen: Da draußen gibt es jemanden, der mich nicht vergessen hat. Auf meiner Karte steht die Zahl 22. Für mich ist sie kein Käfig und keine fertige Erklärung. Sie ist ein Zeichen auf meinem Weg. Genauso wie die Pfote, das Herz, der Mond und die Sterne. Sie erinnern mich daran, dass jede Geschichte aus sichtbaren und unsichtbaren Spuren besteht. Ich gehöre zur SIT Community. Doch Gemeinschaft bedeutet für mich nicht, dass alle gleich sein müssen. Gemeinschaft entsteht dort, wo jemand bleiben darf, wie er ist. Wo einer Schutz braucht und ein anderer gerade Mut hat. Wo Zweifel ausgesprochen werden dürfen und niemand deshalb aus dem Kreis fällt. Ich kenne nämlich auch die Schattenseiten. Isolation. Angst. Zweifel. Kontrolle. Das Gefühl, vergessen worden zu sein. Ich weiß, wie still eine Welt werden kann, wenn man glaubt, keinen Platz mehr in ihr zu haben. Deshalb erzähle ich nicht nur vom Licht. Ich erzähle von beidem. Denn Hoffnung wird nicht kleiner, nur weil wir wissen, dass es Dunkelheit gibt.
Mein Weg führt über Schutz und Vertrauen. Ich musste lernen, dass Schutz keine Mauer sein muss. Ein guter Schutz lässt eine Tür offen. Vertrauen wiederum entsteht nicht auf Kommando. Es wächst langsam, manchmal beinahe unbemerkt. Eine Begegnung, ein Wort, ein Zeichen oder eine ausgestreckte Hand können der Anfang sein. Dann kommt das Erwachen. Erwachen heißt für mich nicht, dass plötzlich alles gut ist. Es bedeutet, wieder wahrzunehmen. Wieder neugierig zu werden. Wieder zu fragen: Was möchte ich? Wohin möchte ich gehen? Wer darf mich begleiten? Genau dort beginnt Heilung – nicht als Zaubertrick, sondern als Bewegung zurück ins eigene Leben. Und natürlich kenne ich die Sehnsucht. Sie ist keine Schwäche. Sehnsucht zeigt mir, dass mein Herz noch weiß, was ihm wichtig ist. Doch ich möchte nicht für immer nur warten. Irgendwann darf aus Sehnsucht Verbindung werden und aus Verbindung ein neuer Schritt.
Wenn du mir also auf diesen Seiten wieder begegnest, musst du mich nicht retten und auch nicht vollständig verstehen. Geh einfach ein Stück mit mir. Vielleicht findest du zwischen meinen Geschichten sogar eine Spur von dir selbst. Ich bin Tigerkatze. Ich stehe für Schutz, Gemeinschaft, Hoffnung, Treue und Heilung. Ich kenne Angst und Zweifel, aber sie schreiben nicht allein meine Geschichte. Mein Herz darf seinen eigenen Weg finden.
Und wenn ich einmal stehenbleibe, bedeutet das nicht, dass meine Reise vorbei ist.
Vielleicht lausche ich nur.
Vielleicht erinnere ich mich.
Oder vielleicht bin ich gerade dabei, den Mut für meinen nächsten Schritt zu sammeln.






